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Interview mit Philipp Müller

Ellerbek: Philipp Müller ssammelt Spenden und spendet selbst für einen sicheren Schul- und Radweg in der Gemeinde

Ellerbek: Philipp Müller ssammelt Spenden und spendet selbst für einen sicheren Schul- und Radweg in der Gemeinde. Foto: Tanja Königshagen

Spende für einen sicheren Schul- und Radweg

Wir haben mit dem Unternehmer über seine Motivation und zwischenzeitlichen Erfahrungen beim Spendensammeln gesprochen.

D.-G. Welche Beweggründe haben Sie für Ihr Engagement?
Philipp Müller: Ich bin in Ellerbek geboren und lebe hier mit meiner Familie. Meine Frau und ich sind aus Überzeugung in der Gemeinde sozial engagiert. Mir ist aufgefallen, dass seit Jahren niemand in der Gemeinde überhaupt fragt, ob Bürger unterstützen könnten

D.-G. Wie lange verfolgen Sie da Thema „sicherer Schulweg“ schon?
Philipp Müller: Vor etwa zwei Jahren habe ich mich entschlossen, das Thema selbst in die Hand zu nehmen. Dafür habe ich unter anderem die zurückliegenden 25 Jahre des Projekts aufgearbeitet. Immer wenn die Grundschulzeit ihrer Kinder endet, kümmern sich Eltern um etwas Neues. Das ist der Lauf der Dinge. So hat die Politik das Thema über so lange Zeit aussitzen können. Ich möchte den Bau des Schulweges nun bis zum erfolgreichen Ende durchziehen.

D.-G. Sie haben sich 100.000 Spendensumme als Ziel gesetzt?
Philipp Müller: Ja, das ist mein persönliches Ziel. Um das ganze Thema in Schwung zu bringen, spenden meine Frau Corinna und ich 50.000 Euro aus unserem Privatvermögen. Danach habe ich begonnen, mehrere Wochen lang mit Privatpersonen und Gewerbetreibenden in der Gemeinde Gespräche über Spendenbeteiligungen zu führen.

D.-G. … mit welchem Ergebnis?
Philipp Müller: Die Zusagen für Einzelspenden bewegen sich zwischen 200 und mehreren tausend Euro. Neben unserem Geld liegen die weiteren zugesagten Spenden etwa bei 25.000 Euro. Unter den Spendern sind 70-jährige Gemeindemitglieder genauso wie Menschen in meinem Alter. Diejenigen, die im Alt-Dorf wohnen haben natürlich ein etwas größeres eigenes Interesse an dem Radweg.

D.-G. Sind die Spenden an konkrete Erwartungen oder Bedingungen geknüpft?
Philipp Müller: Um den potenziellen Spendern Sicherheit zu geben, habe ich eine Spendenzusageerklärung formuliert, nach der Spende an zwei Voraussetzungen geknüpft ist, die erfüllt sein müssen, bevor der Spender sein Geld gibt. Erstens muss der erste Bauabschnitt des Radwegs von der Moratzentwiete bis zum Langhoopweg bis zum Beginn des neuen Schuljahres im August 2019 fertiggestellt sein. Zweitens soll der Spender über den geleisteten Betrag eine Spendenquittung über eine gemeinnützige Zuwendung erhalten. Der zweite Punkt ist derzeit auf steuerlicher Ebene in Klärung.

D.-G. Was wünschen Sie sich als nächste Schritte?
Philipp Müller: Von Ellerbeker Bürgern wünsche ich mir weitere Beteiligung. Und die Aufgabe des Gemeinderates möchte ich klar definieren: Schafft eine Möglichkeit, dass das Spendengeld als gemeinnützig anerkannt wird! Die 100.000 Euro, die ich einsammele, sollen nicht an diesem Punkt scheitern! Gemeinnütziger als dieses Anliegen kann ein Projekt kaum sein. Und ich wünsche mir, dass die Bauarbeiten sehr bald starten.

Interview: Tanja Königshagen

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