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Einmal quer durch Afrika

Nell unterwegs in Afrika

In vier Wochen 11.923 km zurückgelegt. Vier Länder, von Tansania über Sambia und Namibia bis nach Südafrika: unser Zwischenseminar im April.

Am 6. April ging es in Dar es Salaam los. Wir trafen unseren Mentor Marcus Wack am Bahnhof und von da aus sollte es mit dem Zug in 60 Stunden nach Sambia gehen. Es ging damit los, dass unsere reservierten Schlafabteile nicht mehr zur Verfügung standen und wir die erst Nacht im Sitzen verbringen mussten. Zwischendurch wurden zwei Betten in einem Abteil frei und ich hatte das Glück, eines davon benutzen zu dürfen. Es war so circa ein Uhr nachts und ich war froh, mich für ein paar Stunden hinlegen zu können. Ab dem zweiten Tag hatten wir Betten in der 1. Klasse und die Unannehmlichkeiten der ersten Nacht waren schnell vergessen. Die Zugfahrt hat viel Spaß gemacht, es gab einen Speisewagen und man konnte zwischendurch aussteigen. So hatten die Beine Bewegung.

Im Speisewagen

Beine vertreten

 

 

 

 

 

 

 

Wir konnten die Landschaft bestaunen und wir trafen Leute aus der ganzen Welt, mit denen man Geschichten austauschen konnte. Zwischendurch haben wir mit unserem Mentor M. Wack die vergangen Monate und unsere Projekte reflektiert und für die Endphase neue Ideen gesammelt. Außerdem hat er uns immer wieder über die geschichtlichen Hintergründe und die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situationen der verschieden Länder informiert.

Als wir in Sambia ankamen, sah schon alles gleich anders aus. Die Straßen waren vierspurig und alles wirkte ein wenig amerikanisch. Unser erster Stopp war bei Subway und neben an direkt ein weiterer Fastfood Laden. Unser erster Tagesausflug ging in ein riesiges Einkaufszentrum, welches wahrhaftig der Europa Passage in Hamburg ähnelt. Nach sieben Monate war es eine große Freude, durch den Supermarkt zu gehen in dem es alles gab, was man sich vorstellen kann. Von Käse über Knoblauch-Brot bis hin zu Leberwurst. Nicht weit entfernt vom Einkaufszentrum war ein Markt, der an die typischen tansanischen Märkte erinnerte. Es gab frisches Obst und Gemüse, Second Hand Kleidung und landestypische Gerichte. Ein absoluter Kontrast und wirklich spannend, das alles mit eigenen Augen zu sehen.

Victoria Falls

Ein paar Tage später ging es mit dem Zug weiter nach Livingstone. Dort übernachteten wir am Zambezi River und besuchten die atemberaubenden Victoria Falls. Durch die Regenzeit stieg die Gischt empor und direkt am Wasserfall liefen wir durch den strömenden Regen. Ein wundervolles Naturschauspiel.

 

 

 

Sonnenuntergang

Weiter ging es mit dem Bus nach Namibia. Nach 12 Stunden und vier Motorpannen erreichten wir Windhoek, die Hauptstadt von Namibia. Erst am 21. März 1990 erlangte Namibia erstmals in seiner Geschichte die Unabhängigkeit und wurde eine autonome, demokratische Republik. Von 1884 bis 1915 war Namibia deutsche Kolonie und die Deutschen führten dort ein Schreckensregime. Dieses gemeinsame Kapitel wirkt auf den Besucher auch heute noch sehr präsent.

 

Unser nächstes Ziel war Swakopmund. Unser Mentor hatte uns des Öfteren erzählt, dass das eine kleine Reise nach Deutschland sein wird. Doch so, wie es dann letztendlich war, hatte es wirklich keiner von uns erwartet. Nach einer zweistündigen Fahrt durch die Wüste tat sich plötzlich eine kleine Stadt auf. Haus an Haus, zwischendurch eine deutsche Kneipe, ein Optiker oder ein Supermarkt. Auf der einen Seite der Atlantische Ozean, auf der anderen Seite die unendliche Wüste und dazwischen eine Stadt, die so unecht wirkte wie eine Fata Morgana.

Im Hintergrund die Wüste

Dune 7

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser letzter Stopp war Südafrika. Dorthin reisten wir Freiwilligen alleine ohne unseren Mentor. Es waren nochmal 30 Stunden mit dem Bus bis nach Kapstadt. Das war das Highlight unserer Reise. Kapstadt ist atemberaubend, dort findet sich alles zusammen. Es scheint wie eine Insel, da die Stadt von Wasser umgeben ist, große Berge ragen in den Himmel an denen die Wolken hängen bleiben und die Lichter der Stadt erhellen die Nacht. Alles umgeben von weißem Sandstrand und dem tobenden Atlantik, dessen Wellen an den Felsen zerschlagen. Cafés, Bars und Clubs, in denen man Leute aus der ganzen Welt trifft.

Ausblick vom Tafelberg

Ausblick von der Waterfront

Buchten Kapstadts

Auf dieser Reise habe ich viel gesehen, neue Erfahrungen gesammelt und dazu gelernt. Jedes Land war anders und auf seine eigene Art besonders, dennoch habe ich nur die Oberfläche gesehen und alles, was dahinter steckt, positive wie negative Dinge (Korruption, Rassismus, Unterdrückung) habe ich nur teilweise an einzelnen Beispielen mitbekommen. Dass es in jedem Land Dinge gibt, die gewaltig schief laufen ist mir bewusst und auch, dass man immer mit Vorsicht reisen sollte. Dennoch ohne Angst, denn es ist wichtig, die Augen offen zu halten, für die schönen Dinge und Moment denen man begegnet. Afrika ist nicht gleich Afrika, sowie Europa nicht gleich Europa ist. nw

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