Vorfreude und Stress
Wer liebt sie nicht, die Weihnachtszeit? Mittlerweile ist es stark im Trend, den allseits miesgelaunten Grinch zu mimen und zu behaupten,„Weihnachten ist nur noch Kommerz, Stress und generell erstunken und erlogen. Wurde Jesus nichtsowieso im Sommer geboren?
Trotzdessen bin ich fest davon überzeugt, das sich tief drinnen doch noch ein Funken Vorfreude verbirgt. Die vielen hübschen Lichter, das Weihnachtsgebäck und die generelle Atmosphäre sind nunmal einmalig. Der Geschenkestress auch, zum Glück.
Weihnachten ist eben auch die Zeit des panischen Rennens durch die Läden, in denen man dann allen möglichen Schrott kauft, um sich am Ende des Monats zu fragen, wo denn das ganz Geld geblieben ist. Ebenfalls dazu gehören selbstverständlich die wundervollen Weihnachtslieder, die tagtäglich circa 100 mal im Radio laufen. Gut, dass es ausreichend Weihnachtsmärkte mit Glühweinständen gibt, so kann sich immerhin der Großteil der Bevölkerung darüber freuen. Für den Rest bleibt dann leider nur die Möglichkeit, sich Vanillekipferl in den Gehörgang zu stecken. In der Zeit, in der nicht „Last Christmas“ in voller Lautstärke aus den Boxen schallt, könnte man die Weihnachtszeit tatsächlich besinnlich nennen.
Leise rieselt der Schnee, heißt es ja so schön. Oder eben auch nicht, wenn man in Norddeutschland lebt. Schade eigentlich. Nichts versetzt einen mehr in Weihnachtsstimmung, als aus dem Fenster zu schauen und die schneebedeckte Welt dabei zu beobachten, wie sie einfach mal nichts tut.
Das ist doch auch eigentlich der Sinn von Weihnachten, nichts tun, nichts außer die Zeit damit zu verbringen, den Menschen, die man liebt, Freude zu bereiten. Oft vergisst man, dass diese Personen nicht selbstverständlich sind. Man vergisst, ihnen zu zeigen, wie wichtig sie sind und wie viel sie einem bedeuten.
Viele Menschen behaupten, es brauche gar keinen Anlass, um geliebten Personen eine Freude zu machen. Dem stimme ich zu. Aber wo liegt denn dann das Problem, einen Anlass zu haben? Warum hört man so oft Beschwerden darüber, dass Weihnachten vollkommen zweckentfremdet wird und nur noch von kommerziellen Gelüsten geprägt ist? Vermutlich weil die Menschheit alles viel zu ernst nimmt. Alles muss sich irgendwie bezahlt machen, sich lohnen.
Manchmal sollte man einfach aufhören zu Hinterfragen und sich freuen.
Weihnachten gibt einem die beste Gelegenheit dazu, Nächstenliebe wieder zum Leben zu erwecken. Und das nicht aus gesellschaftlichem Zwang, sondern einfach aus Menschlichkeit.
In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Autorin: Ronja Franzen (16)
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