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Heri ya mwaka mpya – Frohes neues Jahr

Liebe Bönningstedter,

Die Weihnachtszeit habe ich gut überstanden. Und auch wenn es anders war als zu Hause, habe ich es doch genossen. Ein Teil der tansanischen Familie war zu Besuch, wir haben lecker gegessen, zusammen gesessen und gefeiert. So richtige Weihnachtsstimmung kam zwar nicht auf, da es um die dreißig Grad war und auch die Weihnachtsdekoration fiel dezent aus. Aber der Plastik Weihnachtsbaum mit vielen bunten Lichtern durfte auch hier nicht fehlen, obwohl dies eher unüblich ist und eine nette Geste unserer Gasteltern war. Am Sonntag zog sich der Gottesdienst ganzen vier Stunden hin, aber alle sahen zufrieden und glücklich aus.

Das neue Jahr hat begonnen und vor mir steht ein weiteres aufregendes Jahr. Ich bin gespannt was alles kommen wird. In den letzten vier Monaten ist so viel passiert. Ich bin in ein fremdes Land gereist, um dort für ein Jahr zu leben. Ich habe ein neues Zuhause gefunden und eine neue Familie. Ich habe so wundervolle Menschen kennengelernt, die mir in diesen letzten Monaten sehr ans Herz gewachsen sind und mit denen ich noch acht weitere Monate verbringen darf. Ich habe ein wunderschönes Land kennengelernt mit einer beeindrucken Gesellschaft, in der Gastfreundschaft groß geschrieben wird und Freundlichkeit eine große Bedeutung hat, die ich so noch nie erlebt habe. Egal wo ich war, mir wurde immer geholfen, überall war ich willkommen und auch wenn es nur wenig gab, wurde das Wenige geteilt.

Im Dezember hat mich mein Vater hier in Uuwo, Tansania besucht.
Von meinem Gastvater wurden wir eingeladen an einem Fußballspiel zwischen einer Tansanischen und einer Kenianischen Amateurmannschaft teilzunehmen. Das Spiel sollte jedoch in Mombasa, Kenia stattfinden. Diese Einladung haben wir natürlich gerne angenommen. Nicht nur wegen des Fußballspieles sondern auch, weil das eine gute Gelegenheit war, einen Eindruck von Kenia und insbesondere Mombasa zu bekommen.
Die erste einstündige Etappe, bis zur kenianischen Grenze, brachte uns ein privater Kleinbus. Dann ging es zu Fuß über die Grenze. Das Visum für Kenia konnten wir gegen eine Gebühr von 50 US $ direkt am Grenzübergang bekommen, nachdem unser Pass und unsere Impfbescheinigung geprüft wurden.
Mit dem Reisebus ging es dann sechs Stunden lang über holprige und verkehrsreiche Landstraßen. Die Fußballmannschaft aus Tansania fuhr jedoch separat in einem Kleinbus, weil diese Transportmöglichkeit gesponsert wurde.

Der normale Preis für die Busfahrt pro Person und Strecke beträgt umgerechnet ca. 8 € und ist daher nur für sehr wenige Leute erschwinglich. In Mombasa angekommen suchten wir uns zunächst ein preiswertes Hotel.
Am nächsten Tag ging es dann mit dem Tuktuk durch die heiße und staubige Großstadt Mombasa zum Fußballplatz. Hier war die große Armut vieler bettelnder Kinder offensichtlicher, als in den ländlichen Gegenden Kenias oder Tansanias. Vielen Menschen fehlt es einfach an allem, was man sich in Europa vorstellen kann oder täglich wie selbstverständlich benutzt. Kleidung, Wasser, Nahrung, medizinische Versorgung, Schulbücher, Elektrizität. Doch wie viele Menschen hier, helfen selbst die Ärmsten anderen Menschen, wenn sie gefragt werden.

In meiner Zeit hier habe ich oft gesehen, dass egal in welcher Situation,die Menschen freundlich, respektvoll und höflich miteinander umgehen.
Der Fußballplatz befand sich etwa 10 km von unserem Hotel entfernt. Ein staubiger Bolzplatz. Hier trafen wir auf die tansanische und die kenianische Mannschaften. Alle trugen richtige Fußballtrikots und Fußballschuhe.
Der Fußball war aus Leder und nicht wie oft üblich, aus mit Bindfaden zusammen gebundenen Plastiktüten; alles Spenden der ansässigen kirchlichen Gemeinden in Tansania und Kenia. Und auch Wasser in Plastikflaschen wurden für alle Anwesenden verteilt.
Bevor das Spiel begann, hielten die Trainer der beiden Mannschaften eine Rede in der sie betonten, dass Freundschaften über Landesgrenzen hinweg entstehen müssen und dass gemeinsame Sportveranstaltungen eine gute Möglichkeit dafür bieten.
Das Spiel endete 2:1 für die kenianische Mannschaft. Alles verlief in Freundschaft und Freude am gemeinsamen Spiel. Ich hätte gerne die Möglichkeit gehabt, Fußballtrikots, Schienbeinschoner, Torwarthandschuhe oder irgendetwas dafür beizusteuern.

Mein Vater will versuchen, Sachspenden von deutschen Fußballvereinen zu sammeln. Vielleicht hat ja der eine oder andere Verein ein paar gebrauchte Sachen zu verschenken. Oder vielleicht möchte ein deutscher Verein sogar eine Partnerschaft mit einem tansanischen Verein eingehen.

Da Fußball grundsätzlich auch hier ein sehr beliebter Sport ist und nun die Ferien zu Ende sind, wollen wir Freiwilligen ein Fußballturnier organisieren, an dem möglichst viele Schulklassen aus der Umgebung mitmachen können.

 

 

Ich freue mich auf diese Projekte und auf die Zusammenarbeit mit den Schülern.

Ganz liebe Grüße aus dem warmen Tansania.
Nell Weiße

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