Feier des Reformationstages

Kamen zur Reformationsfeier nach Ellerbek: Philipp Melanchton (Jörg Schnelle), Katharina von Bora (Sibylle Rösch), Martin Luther (Stephan Rehmayer), Justus Jonas (Steffen Rösch)
Foto: Christopher Fock
Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Ellerbeker Dietrich-Bonhoeffer Kirche am Abend des 31. Oktobers, dem Reformationstag. Es hatte sich rumgesprochen, dass der Reformator selbst kommen würde: Martin Luther zusammen mit seiner Frau Katharina von Bora in Begleitung des Gelehrten Philipp Melanchton und des Juristen Justus Jonas.
Sie waren dabei, als die Ellerbeker und Bönningstedter Gemeinden den 500. Jahrestag der Reformation feierten. Und so erfuhren die Anwesenden hautnah und lebendig von Übersetzungen und Streit, aber auch vom häuslichen Brotbacken und Bierbrauen. Und schließlich brachten die vier auch noch etwas mit:
Eine riesige Lutherrose, das Symbol mit dem Martin Luther selber seine Briefe gesiegelt hat – und das bis heute ein Erkennungszeichen für die evangelisch-lutherische Kirche ist. In der Mitte ein Kreuz, das an Leben und Sterben Jesu Chrisi erinnert, dem Mittelpunkt des Glaubens. Dieser Glauben ist eine Herzensangelegenheit – daher das rote Herz. Das Herz ist eingebettet in einer weißen Rose, die daran erinnert, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt. All das umgeben vom Himmelblau, das die Freude, die der Glauben bringt, im Himmel wie auf Erden darstellen soll. Und weil die Worte und die Güte Gottes ewig sind, wird die Rose von einem goldenen Ring umschlossen – wie die Liebe Gottes ohne Anfang und ohne Ende.
Diese Lutherrose hat die Zeiten überdauert – anderes aber hat sich in den vergangenen 500 Jahren geändert. Dass Frauen Pastorinnen sind – „Das – Martin, hättest du wohl nicht gedacht.“ So schlug Pastorin Birgit Vocka einen launigen Bogen in die Gegenwart. Aber auch heute noch gilt das, was Luther zu seiner Zeit neu und wiederentdeckt hat: „Die Freiheit eines Christenmenschen, sich vor nichts und niemandem zu fürchten – und damit die Freiheit, sich den Fernsten und den Nächsten zuzuwenden“, so brachte es Pastor Christopher Fock auf den Punkt.
Der abendliche Gottesdienst bekam mit der Orgelmusik von Mark Hahnemann, den Chorälen der Gemeinde und modernen Chorsätzen des Bönningstedter Simon-Petrus Chores unter Kai Schnabel einen festlich-feierlichen Rahmen.
Und anschließend gab es dann tatsächlich auch noch Süßes und Saures: Lutherkekse, Laugenbrötchen und Bonbons. Ein 500. Gedenktag, an den sich alle noch lange erinnern werden.
Dorfgeflüster Informationen rund um Bönningstedt, Ellerbek, Schnelsen, Hasloh, Quickborn und Rellingen.
