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Sansibar, eine Blinddarmentzündung und ein Abschied steht bevor

Die Sonne geht im Meer unter auf Sansibar, im Vordergrund kleinere Boote

Sonnenuntergang auf Sansibar

Die Bönningstedterin Nell Weisse in Tansania, was sie die letzten Wochen erlebte und wie etwas dazwischen kam, mit dem sie nicht rechnete.

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

es ist verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Es sind elf Monate vergangen und ich habe nur noch zwei Wochen, bis ich Tansania verlasse und nach Deutschland zurückkehre. In den letzten zwei Monaten ist nochmal einiges passiert und ich werde Euch nun darüber berichten.

Anfang Juni hatten die Schulen Ferien und wir Freiwilligen hatten wieder etwas Zeit zu reisen. Ich wollte unbedingt noch einmal die wunderschöne Insel Sansibar kennen lernen, da es sich von hier aus perfekt anbietet und ich wissen wollte, ob es dort wirklich so paradiesisch ist, wie jeder behauptet, der schon einmal da gewesen ist. Also fuhr ich mit Elisabeth, eine meiner Mit-Freiwilligen, zunächst mit dem Bus zehn Stunden nach Dar es Salaam. Dort trafen wir eine Freundin aus Deutschland, die mich besuchte und einen anderen Freiwilligen aus Kenia, den wir schon aus Deutschland kannten. Zusammen wollten wir ein paar Tage später mit der Fähre nach Sansibar fahren. Da Elisabeth und ich eine tansanische Aufenthaltsgenehmigung haben, mussten wir für die zweistündige Fahrt mit der Fähre nur umgerechnet 10 Euro bezahlen.

Schon nach kurzer Zeit änderte sich die Farbe des Meeres in klares, türkisfarbenes Wasser. Voller Vorfreude legten wir in Stone Town am Hafen an. Stone Town ist der älteste Stadtteil und die Hauptstadt von Sansibar. Schon gleich viel mir auf, dass Sansibar nochmal ganz anders ist, als das, was ich bis jetzt von Tansania kennengelernt habe. Sofort sah man überall Touristen in knapper Kleidung und riesige Hotels, die sich den Strand entlang zogen. Dennoch strahlte Stone Town wegen seiner alten Gebäude und des warmen Klimas eine angenehme Atmosphäre aus.

Unsere erste Woche verbrachten wir bei einem Couchsurfer. Beim Couchsurfing geht es darum, eine kostenlose Unterkunft auf Reisen zu finden oder selbst eine Unterkunft anzubieten. Ich habe dadurch schon viele verschiedene Menschen kennengelernt, die mir gezeigt haben wie sie leben. Außerdem hat man die Möglichkeit, die Stadt noch einmal ganz anders kennenzulernen. Es war eine wirklich sehr nette Erfahrung und ich kann es nur jedem weiterempfehlen, Couchsurfing auszuprobieren.

Abendstimmung

Jambiani Strand auf Sansibar

 

 

 

 

 

Prison Island

 

 

 

 

 

 

In dieser Woche schauten wir uns die Insel an und besuchten die verschiedenen Strände. Nungwi, ein Ort ganz im Norden der Insel, gefiel uns am besten und somit suchten wir uns ein günstiges Hotel direkt am Strand. Wir fanden eine Art Hostel, welches zwischen den einheimischen Häusern lag, in einem sehr guten Zustand war und circa 100 Meter entfernt vom Strand lag. So kam es, dass wir mit den Nachbarn kochten und uns auf Swahili unterhalten konnten. Diese Unterkunft gefiel mir persönlich wirklich sehr gut, da ich kein Fan von luxuriösen Hotels bin, erst recht nicht in einem Land, in dem ich gelebt habe und das nicht nur als Tourist.

Unser Hostel

Unsere Nachbarn

 

 

 

 

 

 

Ich hatte auf der Insel eine wundervolle Zeit und muss sagen, dass Sansibar wirklich ein Paradies ist. Weiße Strände, türkisfarbenes Meer, Cafés und Bars, aber trotzdem kann es wunderschön tansanisch sein, wenn man hinter die Fassaden schaut.

Als ich zurück nach Uuwo kam, machten sich schon am Abend Bauchschmerzen bemerkbar. Ein starkes Ziehen im rechten Unterbauch machte die Nacht unangenehm und am nächsten Morgen hatte ich die Befürchtung, dass es eine Blinddarmentzündung sein könnte. Daraufhin machte ich mich schnell auf den Weg zum Arzt, um mir Klarheit zu verschaffen. Ganz in der Nähe von meinem Zuhause, in Himo, befindet sich ein relativ gut ausgestattetes Krankenhaus, welches aus Deutschland finanziell unterstützt wir und in dem auch Freiwillige tätig sind. Dort konnte ein Ultraschall gemacht werden und mein Verdacht wurde bestätigt. Nach mehrmaligem Telefonieren mit meinen Eltern und unterschiedlichen Ärzten aus Deutschland stand der Entschluss fest: Ich fliege so schnell es geht zurück nach Deutschland. Meine Gefühle waren sehr gemischt. Natürlich hatte ich die letzten Wochen vermehrt an zu Hause gedacht, immerhin waren nur noch zwei Monate und so langsam beschäftigten wir uns mit der Heimkehr. Doch in diesem Moment war ich noch gar nicht bereit, nach Hause zu fliegen. Mir grauste es vor dem Flug und vor der eventuellen Operation. Doch das Risiko, weiter abzuwarten, wäre einfach zu groß gewesen. Ein paar Tage später ging mein Flug. Ich wusste, ich hatte keine Wahl und musste es jetzt so hinnehmen. Was mich dann genau in Deutschland erwartete, wie ich mich dort fühlte und was mir auffiel, werde ich in einem anderen Bericht erläutern.

Letztendlich wurde ich nicht operiert und es war auch wirklich schön, meine Familie zu sehen. Nach zwei Wochen war ich wieder in Tansania.

Noch ist mein Tansania-Jahr nicht zu Ende und ich möchte in der verbleibenden Zeit von hier berichten. Nur so viel kann ich schon mal sagen, es ist alles anders und doch ist alles gleich geblieben.

Unsere Schülerinnen an der Mwika Primary School

Nun bin ich seit vier Wochen wieder hier und genieße die letzten Wochen, bevor es endgültig für mich zurückgeht. Die Tage an den verschiedenen Schulen oder der verschiedenen Projekte sind an einer Hand abzählbar und ich versuche die Zeit hier und mit den Kindern zu genießen. Wir haben noch die eine oder andere Idee. Und wollen natürlich auch unseren Abschied mit den Schülern feiern. Da wird es Filme und Kuchen geben, genau das was alle Kinder lieben. nw

Unsere Schüler von der Kiumako Secondary School

 

 

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