Der Bau des Schulradwegs Ihlweg/Rugenbergener Mühlenweg verzögert sich. Um den Druck aus dem Projekt zu nehmen, dessen Umsetzung Ellerbeker Eltern massiv fordern, diskutieren die Gemeindevertreter eine vorrübergehende Sperrung des Ihlwegs für den Durchgangsverkehr.
Anfang des Jahres waren die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses in Ellerbek guter Dinge, dass der seit mehreren Schülergenerationen erwartete Schulradweg in diesem Jahr errichtet werden könne. Jetzt zeichnet sich ab: Einen schnellen Baubeginn wird es nicht geben. Die für Februar geplante Projektausschreibung für die Vergabe der Bauarbeiten musste die Gemeinde vorerst aussetzen. Es fehlt die naturschutzrechtliche Genehmigung. „Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises hat festgestellt, dass neben der 2011 erteilten wasserrechtlichen Genehmigung nun weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssen, zum Beispiel für Biotopmaßnahmen“, erläuterte Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP) den Sachstand. Die Untersuchungen seien bereits in Auftrag gegeben, die Gemeinde müsse jedoch die Ergebnisse abwarten, bis die Ausschreibung erfolgen könne.
Um den Forderungen der Ellerbeker Eltern nach einem sicheren Schul- und Radweg für ihre Kindern nachzukommen, brachte die FDP-Fraktion der Gemeinde als schnelle Übergangslösung einen Antrag auf Umwidmung des Ihlwegs in eine Fahrradstraße in die Ausschusssitzung ein. „Ein Denkmodell ist es, den Ihlweg bis Moratzentwiete für den Pkw-Durchgangsverkehr zu sperren. Die Sperrung der Straße könne mit einer Beschilderung oder Schranken erfolgen, sodass die landwirtschaftlichen Betriebe ihre Äcker zur Bewirtschaftung erreichen können. „Dann hätten die Schüler, Spaziergänger und Radfahrer den Weg für sich“, sagte Hildebrand.
„Die Möglichkeit, mit dem Pkw zur Schule zu kommen, würde über Kellerstraße und Pinneberger Straße verlaufen und ausdrücklich nicht über Burstah. Von der anderen Seite wäre die Schule über Achter de Höf zu erreichen“, sagte Hildebrand. Das bedeute verlängerte Fahrzeitverlängerung um zwei, drei Minuten, aber ein großes Plus für mehr Sicherheit auf der ganzen Straßenlänge im Ihlweg.
Steffen Jahn (SPD) befürwortete, diese „nicht so neue Idee“ für eine gewisse Zeit – zum Beispiel drei bis sechs Monate – auszuprobieren und gleichzeitig das Genehmigungsverfahren für den Bau des Radweges fortzuführen. Er wies darauf hin, dass es auf den Ausweichstrecke ein erhöhtes Verkehrsaufkommen geben werde, dass die Gemeinde im Blick haben müsse. Kirstin Weisner (CDU) äußerte ebenfalls Bedenken bezüglich der viel befahrenen Straße Achter de Höf, in der schon jetzt Tempo 30 häufig missachtet werde.
Um verlässliche Daten zu bekommen, wie hoch das Verkehrsaufkommen an der Schule ist, hat die Gemeinde in Höhe Moratzentwiete eine Geschwindigkeitstafel aufgestellt, die auch die Zahl der Fahrten ermittelt.
Ausschussvorsitzender Heinz-Martin Timm (CDU) und Günther Hildebrand informierten außerdem über den Stand bezüglich weiterer Zuschussmöglichkeiten aus einem Landesprogramm für den Ausbau von ortsteilverbindenden Straßen. Demnach passt der Bau des Schulradweges nicht zu den Bestimmungen für die Vergabe der Fördergelder. Denn dafür müsste erst eine deutliche Verbreiterung der Straße und eine Beobachtung der Verkehrsentwicklung vorgenommen werden, bevor Zuschüsse beantragt werden könnten. tk
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