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Roter Sessel: Zwillinge mit Pfiff

Die Schwestern Christa Grohnwald und Karin Bruhn.

Die Schwestern Christa Grohnwald und Karin Bruhn.

Zwillinge sind noch immer ein Hingucker – auch in Bönningstedt. Im Gespräch mit dem Dorfgeflüster haben die eineiigen Schwestern Christa Grohnwald und Karin Bruhn darüber gesprochen, wie es ist, seit 15 Jahren zusammen zu wohnen – und darüber, was ihre Haarfarbe mit ihrem Geburtstag zu tun hat.

Dorfgeflüster: Man sieht Sie öfter mit Ihrem Hund durch Bönningstedts Straßen laufen. Klar ist, Sie sehen sich sehr ähnlich, aber mehr weiß man eigentlich nicht über Sie. Können Sie uns mehr darüber verraten, wer Sie sind?

Bruhn: Wie man sieht, sind wir Zwillinge (lacht). Wir wohnen jetzt im Oktober seit genau zwei Jahren in Bönningstedt.

Grohnwald: Und wir wohnen seit 15 Jahren zusammen.

Dorfgeflüster: Das ist ja eher ungewöhnlich. Wie ist das Zusammenleben zustande gekommen?

Bruhn: Wir haben vor unserem Umzug hierher in Eidelstedt gewohnt, allerdings in verschiedenen Wohnungen …

Grohnwald: … und nach dem Tod meines Mannes haben wir uns vor 15 Jahren dazu entschieden. Meine Wohnung war mir zu groß, Karin ist dann zu mir gezogen.

Bruhn: Wir waren schon immer viel zusammen, als Kinder mussten wir die gleichen Sachen tragen. Das haben wir später zwar nicht mehr gemacht, aber weil wir so einen ähnlichen Geschmack haben, haben wir unabhängig voneinander oft ähnliche oder sogar wieder die gleichen Klamotten gekauft. Wir haben auch unsere Lehre zusammen gemacht. Wir haben beide Schuhverkäuferin gelernt und dann zusammen in Schuhgeschäften in Eimsbüttel und Eppendorf gearbeitet.

Grohnwald: … Ich nach den Kindern nicht mehr, sondern bin zwölf Jahre zu Hause geblieben.

Dorfgeflüster: Wie waren die Reaktionen aus Ihrem Umfeld, als Sie sich entschieden haben, zusammen zu wohnen?

Bruhn: Ausnahmslos alle fanden das super. Und es läuft auch gut: Klar, manchmal gibt es Meinungsverschiedenheiten, aber grundsätzlich verstehen wir uns so gut, dass es reibungslos klappt. Ich bin zum Beispiel mehr für den Garten zuständig …

Grohnwald: … und ich eher für die Hausarbeit. Aber wir kochen gemeinsam.

Dorfgeflüster: Werden Sie oft angesprochen, wenn Sie in Bönningstedt unterwegs sind?

Bruhn: Ja, das kommt vor. Meistens wird festgestellt: „Ah, Sie sind doch bestimmt Zwillinge!“ Aber etwas Negatives haben wir noch nicht gehört. Wir sind ja auch wirklich viel mit „unserem“ Hund Bruno unterwegs. Eigentlich ist das der Hund unseres Sohnes – wir sagen immer „unsere Kinder“. Die Kinder haben auch immer gesagt: „Wir haben zwei Muttis“. Zu unseren Kindern und Enkelkindern haben wir ein sehr enges Verhältnis. Einer ist für den anderen da.

Dorfgeflüster: Noch vor Kurzem hat man Sie beide mit blauen Haaren angetroffen. Was steckt dahinter?

Grohnwald: Wir sind jetzt (Geburtstag am 1. Oktober, Anm. d. Redaktion) 69 Jahre alt. Da kamen wir auf die Idee, dass wir vor unsrem 70. Geburtstag einmal blaue Haare haben wollen. Was wir nach unserem 70. machen, wissen wir noch nicht.

Dorfgeflüster: Ist es bei Ihnen auch so wie bei vielen Zwillingen, dass Sie ein unsichtbares Band verbindet?

Bruhn:  Ja, wir merken das auch. Beispielsweise, wenn eine von uns krank ist oder es ihr nicht so gut geht, dann spürt das die andere. Wir haben noch eine Schwester, mit der wir uns auch sehr gut verstehen – aber es ist anders als zwischen Zwillingen.

Dorfgeflüster: Gleiche Kleidung, gleiche Haare, gemeinsames Wohnen – haben Sie manchmal das Gefühl, dass Sie Ihre Individualität aufgeben?

Bruhn: Nein. Das alles fühl sich für uns genau richtig an. Wir unternehmen auch nicht nur allein etwas, sondern auch viel mit unseren Freundinnen.

Dorfgeflüster: Seit zwei Jahren wohnen Sie in Bönningstedt. Wie gefällt es Ihnen?

Bruhn: Sehr gut, wir bleiben hier, hier gibt es viel weniger Hektik als in der Stadt.

Grohnwald: Es ist wirklich ruhiger, mehr Natur und man kann gut laufen. In der Stadt ist das ganz anders. Außerdem: Hier geht es Bruno gut, und dann geht es uns auch gut. Wir nehmen ihn überall mit hin.

Dorfgeflüster: Vielen Dank für das Gespräch!

Bruhn: Sie haben uns gar nicht gefragt, wer die Ältere ist (lacht). Ich verrate es: Christa ist sechs Minuten älter als ich.

nas

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