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„Bericht aus Berlin”

Ellerbek Hilft zu Besuch im Kanzleramt

Besuch bei der Bundeskanzlerin
Foto: Heike Rix

Heike Rix, die bei Ellerbek Hilft die Deutschkurse koordiniert und sich um schulische Belange kümmert, vertrat die Initiative bei einem Termin mit der Bundeskanzlerin. Hier schildert sie ihre Eindrücke:

Etwas mulmig war mir schon während der Bahnfahrt nach Berlin. Die Bundeskanzlerin hatte eingeladen und ich wurde geschickt Ellerbek Hilft zu vertreten. Was würde auf mich zukommen und würde ich das in mich gesetzte Vertrauen vielleicht enttäuschen?

Aber dann war es ganz problemlos. Nachdem im Bundeskanzleramt die Sicherheitskontrolle durchlaufen war wurden die rund 140 Vertreter verschiedener ehrenamtlicher Flüchtlingsinitiativen in eine Empfangslobby gebeten und bei einer Tasse Kaffee kam man sehr leicht ins Gespräch. „Woher kommen Sie? Was machen Sie dort? Wie sind Ihre Erfahrungen?“ Es wurde von Erfolgen bei der Arbeit mit den Geflüchteten berichtet. Der junge Flüchtling zum Beispiel, der bei allem dabei ist, der nach 18 Monaten die C1-Prüfung geschafft hat, der dankbar für den Ausbildungsplatz und mit Eifer bei der Sache ist. Die Kinder, die alle einen Kita- oder Schulplatz bekommen und einheimische Freunde gefunden haben. Aber es wurde auch davon gesprochen, dass im Laufe der Zeit das Interesse an Sprachkursen, Begegnungen, Aktivitäten nachlässt.

Nach einer Führung durch das Bundeskanzleramt war es Zeit für die Begrüßung durch die Kanzlerin und die anschließende Diskussion. Auf dem Podium entwickelte sich ein angeregtes, offenes Gespräch rund um bisherige Erfahrungen und die zukünftigen Herausforderungen. Dabei kamen Probleme in der Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen und behördlichen Vertretern zur Sprache, die Frustration durch Behördenwiderstand, es wurde die beschwerliche Bürokratie kritisiert und bedauert, dass immer wieder Geflüchtete mit guten Deutschkenntnissen und sogar mit einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz ausgewiesen werden. Auch wurde gefordert, dass ehrenamtliche Initiativen bei Einzelfallentscheidungen einbezogen werden.

„Sie haben Vieles auf die Beine gestellt, was der Staat nicht alleine hinbekommen hätte“, betonte Angela Merkel und meinte damit die vielen Tausend freiwilligen Flüchtlingshelfer. Sie und auch der Chef des Kanzleramtes, Peter Altmaier, forderten die angereisten Vertreter der Flüchtlingsinitiativen auf, ihren Dank an alle Ehrenamtlichen zu überbringen: „Es ist noch viel zu tun, aber wir sind entschlossen, Sie nicht allein zu lassen.“

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