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Bönningstedt: Ergänzung zur Vollsperrung Kieler Straße vom heutigen Tage

Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Bönningstedt Stefan Birke berichtet:

Am 07. Dezember 2019 wurde die Feuerwehr Bönningstedt um 10.52 Uhr mit dem Einsatzstichwort „FEU (Feuer, Standard) – brennt Kleinbus“ in die Kieler Straße alarmiert. Anrufer berichteten hier von einem Kleinbus der an der Straße in Brand geraten sei.

Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Fahrgastraum des betroffenen Kleinbusses bereits in Vollbrand. Das Fahrzeug hatte zunächst am rechten Straßenrand gehalten, als Rauch und Flammen aus dem Armaturenbrett schlugen. Der Fahrer konnte sich aus dem Fahrzeug unverletzt retten und nahm mit anderen Verkehrsteilnehmern Löschversuche vor, die jedoch erfolglos blieben. Vermutlich durch einen durch das Feuer ausgelösten Kurzschluss setzte sich das Fahrzeug wieder in Bewegung, fuhr ohne Fahrer quer über die Straße und blieb dann an einer Einfahrt zu einem Weihnachtsbaumverkauf an einem Grabenrand in einer Hecke hängen. Durch den Verkäufer des Weihnachtsbaumstandes wurde geistesgegenwärtig das Hoftor geschlossen, so dass das brennende Fahrzeug aufgehalten wurde. Ansonsten wäre es unweigerlich in die dort aufgebauten Holzbuden gefahren. Durch die Einsatzkräfte wurde umgehend ein Löschangriff und ein Schaumangriff unter schwerem Atemschutz vorgenommen, da das Fahrzeug Autoreifen geladen hatte. Die Bundesstraße 4 war während der gesamten Löscharbeiten bis zur Landesgrenze Hamburg vollgesperrt. Aufgrund des Umleitungsverkehrs wegen der zeitgleich gesperrten Bundesautobahn 7, kam es zu starken Verkehrsbehinderungen. Nach den Löscharbeiten wurden noch ausgelaufene Betriebsstoffe aufgenommen. Das ausgebrannte Fahrzeug wurde durch ein Abschleppunternehmen von der Straße geräumt.

Durch die Feuerwehr wurde in dem angrenzenden Graben eine Gewässersperre gesetzt, damit die während der Löscharbeiten ausgebrachten Schaummittel und die aus dem Fahrzeug auslaufende Betriebsstoffe nicht weiter in die Umwelt gelangen konnten. Die durch die Feuerwehr angeforderte Untere Wasserbehörde des Kreis Pinneberg ordnete das Absaugen der Stoffe durch einen Entsorgungsbetrieb an.

Um 13.00 Uhr konnte die Einsatzstelle an die Wasserbehörde übergeben werden und die Feuerwehr rückte wieder ein. Am späteren Nachmittag wurden die Entsorgungsarbeiten noch einmal durch die Feuerwehr unterstützt und abgesichert. Hierbei wurde auch noch ein Fachberater des Löschzuges Gefahrgut durch die Behörde hinzugezogen. pm/ds

3 Kommentare

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    Mit Rücksicht auf die Umwelt wäre hier ein Einsatz von hoch-umweltschädlichen und gefährlichen Feuerlöschschaum sorgfältig abzuwägen gewesen! Wenn später das Umweltamt und eine GEFAHRGUT(!)-Einheit anrücken muss, wäre schon während der Löscharbeiten der richtige Zeitpunkt gewesen dem Einsatz von Feuerlöschschaum eine Absage zu erteilen. Schade liebe Feuerwehr, dass hätte man anders machen müssen 😉

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      Es gibt unterschiedliche Schaummittel. Hoch-umweltschädliche und gefährliche Schaummittel werden von uns nicht verwendet. Hier ist umweltverträglicher Mehrbereichsschaum zum Einsatz gekommen und dies auch nur in kleinen Mengen. Es ist keine komplette Gefahrguteinheit zum Einsatz gekommen, sondern nur ein Fachberater auf Bitten der Unteren Wasserbehörde, um eben fachlich das Vorgehen zu bewerten. Der Schaum wurde zurückgehalten und ist nicht in das Wasser etc. gelangt. Um ganz sicher zu gehen, wurde dann das Absaugen des kleinen Schaumteppichs vorgenommen und war in wenigen Minuten erledigt. Die größere Gefahr ging von den ausgetretenen Betriebsstoffen des Fahrzeugs aus. Diese wurden mittels Ölbindemittel aufgefangen. Das Vorgehen ist sorgfältig abgewogen gewesen, denn die geladenen brennenden Reifen im Fahrzeug wären mit Wasser nur schwer zu löschen gewesen, hätten einen erheblichen Eintrag von Ruß und anderen Schadstoffen für die Umwelt bedeutet und Löschwasser belastet. Dieses wäre aufgrund der dann notwendigen großen Mengen viel schwerer aufzufangen gewesen, als den festen Schaum zurückzuhalten. Insofern wurde mit Augenmaß zum Wohle der Umwelt gehandelt.

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      Es gibt unterschiedliche Schaummittel. Wir verwenden umweltverträgliches Mehrbereichsschaummittel (z. B. flurorfrei und biologisch abbaubar). Da die geladenen Autoreifen des Unfallfahrzeugs nur schwer mit Wasser zu löschen waren und einen längeren und erheblichen Eintrag von Ruß und Schadstoffen in die Umwelt bedeutet hätten sowie die dafür benötigte große Menge Löschwasser nur schwer aufzufangen gewesen wäre, wurde in kleinerer Menge Schaum als Löschmittel eingesetzt und stellte damit den mildesten Eingriff dar. Die Feuerwehr baute im Graben eine entsprechende Sperre auf. Der feste Schaum gelangte daher nicht in das Wasser und haftete am Grabenrand. Ein größere Gefahr bestand auch noch durch die ausgetretenen Betriebsstoffe des Fahrzeugs, die mit Ölbindemittel aufgefangen werden konnten. Es war keine komplette Gefahrguteinheit eingesetzt, sondern der Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde hat lediglich einen Fachberater hinzugezogen, um die Maßnahmen zu bewerten und abzustimmen. Dies ist bei solchen Einsätzen ein übliches Vorgehen. Es wurde dann entschieden, den kleinen Schaumteppich mit einem Saugwagen abzusaugen. Dies dauerte auch nur wenige Minuten. Insofern ist hier verhältnismäßig und mit Augenmaß vorgegangen und Schaden für die Umwelt durch die Feuerwehr vermieden worden.

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