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Bönningstedt: Missbrauchsverdacht in Bönningstedter Kita

Der Anfangsverdacht wiegt schwer: Ein Erzieher in der Kita Zwergenhütte soll sich an fünf Kindern vergangen haben. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt wegen des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Es handelt sich um ein gerade begonnenes laufendes Verfahren.

Ausgelöst durch einen Bericht in der Bild-Zeitung griffen innerhalb eines Tages alle großen Medien dieses Thema auf. Für uns wirft die mediale Berichterstattung Fragen auf: Welche belegten Fakten lassen sich bereits berichten? Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Klar ist: Die Anschuldigungen müssen zweifelsfrei aufgeklärt werden. Eine öffentliche Vorverurteilung darf es jedoch nicht geben.

Unsere Redaktion erhielt kürzlich einen Telefonanruf zu diesem Tatverdacht – nicht aus dem Kreis der Kita-Eltern, die damit direkt konfrontiert sind! – und die Aufforderung, darüber zu berichten. Natürlich gehen wir solchen Hinweisen sehr sorgfältig nach, wenden uns an beteiligte Personen und öffentliche Stellen – in diesem Fall sprachen wir mit der Kita-Leitung genauso wie mit Polizei und Staatsanwaltschaft. Danach haben wir uns entschieden, zunächst mit der Berichterstattung zu warten – bis in diesem Fall konkretere Erkenntnisse vorliegen. Denn mögliche falsche Anschuldigungen könnten viel Schaden anrichten. Die Kita-Leitung hat, so unser Recherche-Ergebnis, richtig reagiert: Sie hat die Betroffenen und den Sachverhalt ernst genommen, alle Eltern und direkten Beteiligten informiert, den Erzieher umgehend aus dem Dienst entfernt und die Polizei, die Kita-Aufsicht und alle zuständigen Behörden eingeschaltet. Auch können die Eltern bei Bedarf externe Beratung erhalten.

Es ist jetzt Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft, die behaupteten Taten restlos aufzuklären und vor Gericht zu bringen. Bewahrheitet sich der furchtbare Verdacht, muss der Täter seine Strafe erhalten. Erweist sich der Anfangsverdacht jedoch als falsch, muss der Erzieher ohne Vorbehalte freigesprochen werden und in ein normales Leben zurückkehren können. Bis dahin sollten wir uns vor Augen führen: Bis zum Beweis des Gegenteils gilt die Unschuldsvermutung. Und selbstverständlich wird das Dorf-Geflüster über den Fortgang des Falls berichten.

Ein Kommentar

  1. Vielen Dank an das Dorfgeflüster für diesen endlich mal objektiven Bericht ohne Stimmungsmache.
    Leider ist in der heutigen Zeit ja die „Hexenjagd“ wieder populär geworden, und die Medien (insbesondere diese leidige Zeitung mit den 4 Buchstaben) stacheln dazu nur noch an. In den sozialen Medien bieten sich jede Menge zwielichtiger Gestalten an, den unter Verdacht geratenen Mitarbeiter sofort und ohne rechtsstaatliche Mittel an seinen Fortpflanzungsorganen am nächsten Baum aufzuhängen. Und auch die Eltern wetteifern darum, was sie alles machen wollen, wenn ihnen die Möglichkeit dazu geboten wird.
    Warum gibt es bloß kein Vertrauen mehr in unseren Rechtsstaat? Auch wenn es dem einen oder anderen vielleicht nicht gefällt, die Exekutive ermittelt jetzt und die Judikative wird dann, sollten die Vorwürfe tatsächlich zutreffen, ein entsprechendes Urteil fällen. So funktioniert es in unserem Deutschland. Aber der Respekt gegenüber den Staatsorganen kommt ja leider immer mehr unter die Räder. Und daran sind die Eltern nicht gerade unschuldig.
    Ich bin jedenfalls heilfroh, dass ein vom Mob getragenes Lynchgericht nicht zu unserem Rechtssystem gehört, und dass es noch Medien gibt, die sich diesem Mob mit objektiven Artikeln entgegenstellen. Danke dafür.

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