
Die 4 von der Blühwiese
von links: Hermann Ahrens (Tangstedt), Jörn Lobien (Bönningstedt), Klaus Thomas (Ellerbek), Hans-Jürgen Bucksch (Quickborn)
Naturfreunde aus verschiedenen Gemeinden errichten auf einer rund 1.000 Quadratmeter großen Fläche in Bönningstedt eine Wiese für Wildblumen, die Insekten und weiteren Kleintieren Lebensraum und Nahrung geben soll.
Es ist ein Nachbarschaftsprojekt mit besonderem Charme. „Mit Menschen, die sich vorher weitgehend unbekannt waren, ist ein gut funktionierendes Nachbarschaftsprojekt entstanden“, freut sich Klaus Thomas aus Ellerbek. Zusammen mit Hans-Jürgen Bucksch aus Quickborn engagiert er sich tatkräftig für die Blühwiese. Beide sind seit Jahren bei den Naturfreunden Pinneberg e.V. aktiv. Über ihren Verein ist die Initiative für die bienen- und schmetterlingsfreundliche Blühwiese entstanden. Der Vereinsvorsitzende, Rainer Naujox aus Rellingen, brachte alle Projektbegeisterten zusammen. Die Geschwister Marion Ellerbrock und Jörn Lobien stellen das im westlichen Teil Bönningstedts gelegene Grundstück zur Verfügung. Landwirt Hermann Ahrens aus Tangstedt unterstützt die Aktiven mit Trecker und Fräsmaschine.
„Zu Beginn des Projekts haben wir eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet. Innerhalb von 20 Minuten nach der ersten Nachricht waren alle vier Herren vor Ort und haben sich zum ersten Mal getroffen“, erzählt Thomas. Seitdem greift der Rentner regelmäßig zu Grabgabel, Hacke und anderen Geräten, um den Boden herzurichten und „es ist immer eine sehr nette Zusammenarbeit“. Dabei sei es gar nicht so einfach, die ungenutzte Grasfläche in eine naturbelassene, blühende Wiese zu verwandeln, wie die Umweltengagierten zu Beginn ihrer Aktion feststellen mussten.
Mitte März trafen sich die Aktiven erstmals, um mit einem Erdbohrer per Hand auf Feldsteine und Bauschutt unter der Erde zu schließen. Im nächsten Schritt pflügte Landwirt Ahrens Grasnarbe mit Hilfe von Trecker und Fräse um. Dabei stieß er auf mehr Bauschutt als erwartet. So ist bis nach Ostern viel Fleißarbeit gefragt, um die Steine per Hand aufzusammeln. „Zu zweit schaffen wir etwa acht Meter in drei Stunden“, weiß Thomas. Erst dann kann die Fräsmaschine weitere Male zum Einsatz kommen, um die Erde mehrere Zentimeter tief zu lockern und mit feiner Krume für die Aussaat vorzubereiten. Bis Anfang Mai wollen die Umweltfreunde auf der rund 1.000 Quadratmeter Fläche aussäen und die lichtkeimenden Samen leicht anwalzen. Die Pflanzensaat beschaffen die Pinneberger Naturfreunde. Es wird eine Mischung aus regional heimischen Gräsern, Leguminosen und Kräutern sein, die unter anderem Schmetterlingen, Wildbienen und weiteren Insekten einen neuen Lebensraum bietet. „Wenn alles klappt und das Wetter mitspielt, blüht die Wiese vielleicht schon an Pfingsten“, formuliert Thomas die gemeinsame Erwartung der Nachbarn. tk
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