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„Für meine vielen Ideen bräuchte ich eigentlich ein zweites Leben“

 Katja Bär (rechts) wird im Marketing von ihrer Schwester Swaantje Taube unterstützt.

Katja Bär (rechts) wird im Marketing von ihrer Schwester Swaantje Taube unterstützt.

 

Sie ist zukunftsorientiert, innovativ und sprüht vor Ideen. In puncto Mode geht Katja Bär, Inhaberin von Winat Mode, ihren eigenen Weg. Seit einiger Zeit verbindet sie den stationären Handel mit der digitalen Welt. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Schwester Swaantje Taube im Marketing. Die „Winat Sisters“ machen alles selbst – und bleiben dabei authentisch. Im Interview sprachen sie mit uns über die Möglichkeiten der Digitalisierung und die Bedeutung von persönlichem Kundenkontakt.

Dorfgeflüster: Katja, Winat ist ja besonders in Quickborn ein Begriff, da entstand Dein erster Laden, der auch heute noch der Flagship-Store ist. Wie hat alles angefangen?

Katja: Interessanterweise hat es nicht in Quickborn angefangen, sondern in Friedrichshafen am Bodensee. Mein Sohn ist da zur Welt gekommen. Ich bin eigentlich gelernte Schneiderin – mein Ausbildungsplatz war in Ellerau. Meinen ersten Laden habe ich aus dem Koffer gegründet – ein großer brauner Koffer, aus dem ich aus Waren- und Stoffbeständen Kleidung genäht und in meiner Babykrabbelgruppe verkauft habe. Ein befreundeter Arzt hat mir dann angeboten, in seiner Praxis meinen ersten „richtigen“ Laden zu eröffnen, ich habe aber auch an Ampeln an der Straße verkauft. An der Promenade wurde eine Dame vom Laden „Breitengrad“ auf mich aufmerksam und hat mir eine Fläche angeboten, wo meine ersten Herrenhemden unter dem Namen „Winat“ verkauft wurden. Als mein damaliger Mann – ein Pilot – versetzt wurde, sind wir nach Quickborn gezogen. Da habe ich dann um die Ecke meines jetzigen Ladens den ersten Winat Fashion Store eröffnet.

Damals war meine Schwester Swaantje schon dabei, als ich die Idee für das Logo und das Motto „Mode, die Spass macht“ entwickelt habe. Als ich 1996 in Quickborn angefangen habe, hatte ich neben Winat Herrenhemden dann auch fünf weiße Damenbodies im Laden – und die gingen weg wie nichts, so kam der Fokus auf Damenmode. Um 1998 sind wir in den jetzigen Laden gezogen auf 300 Quadratmetern Fläche.

Dorfgeflüster: Was hat sich seitdem getan?

Katja: Mitarbeiter kamen dazu, drei davon sind bis heute an Bord, inzwischen seit 23 Jahren. Dann habe ich 2005 Volksdorf gegründet, der Laden ist mit rund 230 qm auch groß und liegt mitten im Herzen von Volksdorf in der Fußgängerzone. 2009 kam Wedel dazu. 2014 der Mini Store in Quickborn und dann letztes Jahr das Fashion Café in der Klöngasse. Also fünf Filialen insgesamt.

Dorfgeflüster: Ihr sprecht mit Eurer Mode Frauen aller Altersgruppen an. Ist es schwer, die verschiedenen Modevorlieben unter einen Hut zu bringen?

Katja: Heutzutage ist es eher einfacher geworden. Ob mit 20, 30 oder 40: Wir sind alle in diesem Zeitgefühl. Wie lieben Trends, wir lieben Mode und sind nicht mehr so festgelegt, was wir in welchem Alter tragen dürfen. Das macht es mir im Einkauf leichter, ich kann einkaufen, was ich an Strömungen und Streetstyles wahrnehme. Ich bin auf Messen und in den Medien unterwegs. Ich kann sagen: Das gefällt mir, das sind die Rosinen in der Kollektion.

Swaantje: Und du musst dir überlegen, was ist nächstes Frühjahr im Trend. Du bist schon ein Stück weit ein Spürhund, was das angeht.

Katja (ergänzt): Das hat auch etwas mit Zeitgeist zu tun, wie sind die Menschen heute eingestellt, auch was Wohnen und Umwelt angeht? Das schlägt sich auch in der Mode nieder.

Dorfgeflüster: Obwohl Winat mit Hamburg, Wedel und Quickborn in Norddeutschland verortet ist, habt Ihr Kundinnen aus ganz Deutschland. Wie seid Ihr mit denen vernetzt?

Swaantje: Das war im Grunde genommen die Idee, dass ich mit „Winat goes digital“ zu Katja dazustoße. Ich bin selbst von Haus aus Volljuristin und habe viele Jahre als Medien Anwältin und Justiziarin gearbeitet. Bevor ich zu Winat gekommen bin, habe ich die Marketing & Business Development Abteilung einer großen internationalen Kanzlei in Holland geleitet. Es zeichnete sich ab, dass ich nach Deutschland zurückkomme, die Möglichkeit war Hamburg oder der Ruhrpott. Wir haben uns überlegt, wie können wir das schaffen? Es wurde dann der Ruhrpott und wir schaffen es. Ich komme regelmäßig nach oben und bin für Winat als Marketing & Business Development Director tätig. Inzwischen hat Winat bei Instagram mehr als 8000 Follower, die Katja & ich als #winatsisters täglich mit Fotos, Stories & IGTV Videos versorgen. Seit einem Monat sind wir auch auf Facebook repräsentiert. Einen YouTube Kanal haben wir auch, in dem wir regelmäßig Videos, wie etwa unser beliebtes Verkaufsregal einstellen. Hier berichten wir über neue Modetrends, präsentieren Dekorationsartikel oder kündigen auch Events an. Außerdem gibt es natürlich unsere Website www.winatmode.de mit einem Blog.

Seit ungefähr 1,5 Jahren haben wir unseren Instagram Account @winatfashion. So erreichen wir digital Kundinnen aus ganz Deutschland, die uns durch alle Altersgruppen hinweg folgen und mit denen wir über die Fotos & Videos, die wir einstellen, im Austausch sind. Außerdem kriegen wir Direct Messages, wo wir Fragen zu Kombinationen oder zum Versand beantworten.

Dorfgeflüster: Mit Instagram und – ganz frisch – Facebook präsentiert sich Winat ja sehr modern und digital. Wie erlebt Ihr die Resonanz eurer Kundinnen darauf?

Swaantje: Da fühlten wir uns auch beim Seminar mit der tollen Insta Bloggerin Geli (Angelika Olsinksi, Anm. der Redaktion) bestätigt: Es geht viel darum, ob du der bist, der du zu sein vorgibst. Und wir sind so, wie wir sind. Ich bin sogar im Ruhrpott schon angesprochen worden. Da hieß es dann: Du sprichst ja genauso wie in den Verkaufsvideos im Verkaufsregal. Und das ist auch so, wir machen das spontan. Authentizität ist uns wichtig. Wir machen das alles selbst, wir haben dafür niemanden. Und es macht uns auch wirklich Spaß, wir holen uns selbst viel Inspiration, gerade über Instagram. Seit Neuestem gibt es auch unseren Newsletter, für den man sich auf unserer Webseite anmelden kann.

Meine große Schwester Katja ist komplett offen für Innovation und vertraut mir da komplett, das wird auch die Zukunft sein, neben dem stationären Handel auch eine Art digitales Schaufenster zu haben.

Dorfgeflüster: Katja, vergangenes Jahr hast Du in Quickborn das Fashion Café eröffnet, das Schlemmen und Mode verbindet. Außerdem kam das Label „Winat Bluse“ auf den Markt. Hast Du Angst, dass Dir die Ideen ausgehen?

Katja: Im Gegenteil (lacht), das ist ja genau das Problem. Ich habe so viele Ideen und Spaß, das zu machen. Ich habe ein Mega-Team, das mit mir gewachsen ist über die Jahre, ich suche eigentlich noch eine Eventmanagerin. Das wäre der nächste Schritt, jemanden zu haben, der die Modenschauen und anderes organsiert. Ich möchte auch einen Sundowner von 17 bis 20 Uhr einrichten, mit Musik und auf Sitzsäcken. Die Ideen, die ich noch verwirklichen möchte, bräuchten eigentlich noch ein zweites Leben (lacht).

Dorfgeflüster: Was ist für die Zukunft geplant?

Katja: Vor einem Jahr haben wir das Fashion Café eröffnet, das entstand daraus, dass ich ein neues Büro brauchte. Die Fläche war ja recht groß, so haben wir dann Gastro und Mode verbunden. Auch für Männer, denn wir haben im Concept Store & Café ja inzwischen auch lässige Mode für Männer. Wir haben einen Wifi-Gastzugang für alle Läden, es gibt bei uns tolles Frühstück, Mittagstisch, Kuchen, röstfrischen & prämierten Kaffee aus Hamburg und noch vieles mehr. Ich möchte natürlich auch gern Events dort stattfinden lassen. Ich habe, wie gesagt, unter anderem eine Modenschau im Kopf, Klönschnacks, das Angebot, unsere Räumlichkeiten & unser Catering für Feiern zu buchen. Es wird noch viel passieren in unserer kleinen Weltstadt Quickborn. nas

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