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Halloween bei uns

dem möchte keiner gerne begegnen

Dem möchte wohl keiner gerne begegnen.

Der Grusel-Clown Hype nähert sich seinem Höhepunkt:

Spätestens zu dem Zeitpunkt, als die BILD sich des Themas massiv annimmt und tagesaktuell von konkreten wie vermeintlichen Überfällen berichtet, geht jetzt auch die Angstwelle durch Deutschland. Sind auch Bürger in Hasloh oder Ellerbek gefährdet?

Begegnen auch wir demnächst Tätern mit hässlichen Clownfratzen, die uns nicht nur erschrecken, sondern sogar an den Kragen wollen? Diese Woche haben in Bahrenfeld zwei Maskierte einen 18-Jährigen mit Pfefferspray attackiert.

Die Polizei versucht, den Druck der Politiker in Verhaltensregeln zu kanalisieren. Als Abschreckung für Trittbrettfahrer des Schreckens verkündet sie “Null Toleranz” für Grusel-Clowns. Warenhäuser nehmen Clownmasken aus den Regalen.

Die polizeilichen Präventions-Ratschläge sind vorhersehbar: “Bleiben Sie ruhig und besonnen. Gehen Sie Clowns aus dem Weg, provozieren Sie nicht. Sollten Sie verfolgt werden, rufen Sie sofort die Polizei unter 110.” Letzteres ist bestimmt nicht die erste Wahl, schadlos zu bleiben, weder in Bönningstedt noch in anderen Gemeinden, wo keine kontinuierliche Polizeipräsenz vorhanden ist.

Im Falle von Bedrohungen oder Angriffen wird empfohlen, Umstehende um Hilfe zu bitten. In solchen Fällen soll Anzeige erstattet werden, wobei man sich möglichst Tätermerkmale und Fluchtrichtung einprägen möge. Selbstjustiz sei nicht das geeignete Mittel. Aggressive Clowns zu stellen, sei Aufgabe der Polizei.

Die Verunsicherung der mit vergleichsweise harmlosen Drohungen Süßigkeiten sammelnden Halloween-Freunde (und deren Eltern) ist groß, zumal am Montag zum Gruseltag wohl jede Menge verkleideter Clowns unterwegs sein dürften.

Was mir als Vater zweier erwachsener Kinder generell zu denken gibt, ist die schrittweise wie vorbehaltslose Übernahme der Halloween-Bräuche aus den Vereinigten Staaten und die Häufung der Auswüchse unter dem Deckmantel eines mutmaßlichen Brauchtums. Hierbei spielt “Trick or treat! (Süßes sonst gibt’s Saures!) eine nicht unbedeutende Rolle. Kindern wird hierbei leider vermittelt, dass man Menschen mit einem Streich “bestrafen” darf, wenn sie nicht der eigenen Forderung nach Herausgabe von Süßigkeiten entsprechen. Das ist für sich gesehen schon ein starkes Stück, denn es vermittelt den Eindruck, dass man auf etwas einen Anspruch habe, den man im Zweifel auch mit Drohung durchsetzen könne. Während die “Treat”-Streiche früher vergleichsweise harmlos waren und allenfalls eine Rasierschaumauflage am Klingelschild nach sich zogen, wird heute schon härter bestraft, mit Bauschaum im Schlüsselloch oder Farbe an der Fassade. Und sollten die Nachahmer und Trittbrettfahrer der aktuellen Horror-Clown-Welle im Schutze von Halloween ihr Unwesen treiben, dann hört der Spaß auf jeden Fall auf.

Kommen Sie also gut und sicher in den November! rr

 

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