Obwohl Sommerferien waren, konnte sich Danuta Szczesniewski über große Resonanz freuen: Zum Klönabend des Lokalmagazins Dorfgeflüster waren 40 geladene Gäste ins Rellinger Restaurant „Mediterran“ gekommen, um sich kennenzulernen, auszutauschen und dem Vortrag von Stefan Hinners zu lauschen. Der Ellerbeker Rechtsanwalt, der auch Spezialist im Bereich Luftfahrt sowie anerkannter fliegerischer Sachverständiger ist, gab spannende Einblicke in den Flugverkehr im deutschen Luftraum. „Ich möchte Ihnen die Begeisterung fürs Fliegen nahebringen, die auch mich ergriffen hat“, sagte Hinners.
Flugzeugtypen, Lizenzen und Flugplätze
Zum Einstieg gab er einen Überblick über verschiedene Arten von Passagierflugzeugen: Hinners stellte den A380 vor, aber auch zweimotorige Maschinen, die Cessna oder Ultraleichtflugzeuge. Komplex die Vielzahl von Lizenzen, die ein ambitionierter Flieger erwerben kann – für beinahe alles gibt es Zusatzqualifikationen, die über die sogenannte PPL, die Privatpilotenlizenz, hinausgehen.
Der Flughafen Fuhlsbüttel, der den meisten Zuhörern ein Begriff ist, komme im Vergleich zum Chicagoer O’Hare-Flughafen geradezu ärmlich daher, erklärte Hinners. Daneben gebe es aber – wie beispielsweise in Uetersen/Heist – auch reine Grasbahnen.
Spannend war auch die Höhe der Gebühren, die für eine Landung anfallen. „Die teuerste Nacht meines Lebens“, erzählte Hinners, „war ein Flug Frankfurt nach Kiel, als ich die Band Orange Blue geflogen habe. In Frankfurt wurden 780 Euro fällig, in Kiel nochmal 1200 Euro, weil uns der ganze Flughafen offengehalten werden musste.“
Automatisierung des Passagierverkehrs, gestiegene Sicherheit
Heutzutage sei, trotz aller Lizenzen, die ein Pilot meistern müsse, die Luftfahrt im Personenverkehr weitestgehend automatisiert. „Der Pilot macht nichts anderes, als sich die Flugstrecke herunterzuladen, die Maschine zu starten, abzuheben und den Autopiloten einzuschalten“, erklärte der Flugsachverständige. Die Sicherheit sei deshalb beim Fliegen sehr hoch. Einzig Fahrlässigkeit sorge heute noch für Unfälle, in der Großluftfahrt passiere so gut wie nichts mehr, da die Piloten selbst kaum Entscheidungsfreiheiten haben.
Ein spannender Vortrag, der beim anschließenden gemeinsamen Essen für Gesprächsstoff unter den Gästen sorgte, die sich nicht nur über Luftfahrt und Fluglärm, sondern auch über weitere Themen intensiv austauschten. nas
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