
Kork soll es laut Bönningstedt nicht werden: Das Material für den geplanten Kunstrasenplatz ist noch nicht entschieden.
Nach der Entscheidung für eine „Große Lösung“ bei der Sanierung der Außensportanlage der Gemeinschaftsschule Rugenbergen stand das Thema auch bei der Sitzung des Schulverbands gestern Abend auf der Tagesordnung. Die Abstimmung Bönningstedts war auch hier mit Spannung verfolgt worden. Für Irritationen sorgten Teile der Beschlussvorlage, die im Zuge der Entscheidungsfindung mit insgesamt sechs Forderungen der ergänzt worden war. „Die Bedingung, keinen Kork zu verwenden, hat mich stutzig gemacht“ sagte der Schulverbandsvorsitzende Jochen Haines. „Was soll denn stattdessen genommen werden?“
„Erstmal haben wir nur beschlossen: kein Kork. Wir haben nicht gesagt: nur Sand“, sagte Schulverbandsmitglied Axel Graßmann (Bönningstedt, SPD-Fraktion), der bei der Bönningstedter Gemeindevertretersitzung zuvor die Bedingungen eingebracht hatte, die schlussendlich in die Beschlussvorlage aufgenommen wurden.
Die geplante Sanierung des Außensportplatzes an der Gemeinschaftsschule Rugenbergen hatte für viel Diskussionen gesorgt, die teils emotional und nicht immer faktenbasiert stattfanden. Die Gemeinde hat es jetzt geschafft, die Debatte zu versachlichen. Das Ergebnis: mit zehn zu sechs Stimmen entschieden die Gemeindevertreter sich für eine sogenannte „große“ Lösung. Maßgeblich dazu beigetragen hat ein fraktionsübergreifender Arbeitskreis, der sich vor allem auch mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt hatte. Vertreter von CDU, SPD und BWG trugen relevante Informationen zusammen, um zu einem Ergebnis fernab von persönlichen Meinungen zu gelangen. „Ich glaube, wir haben gezeigt, dass wir als Gemeinde handlungsfähig sind“, sagte Graßmann zu den vorliegenden Unterlagen, die die Grundlage für die Entscheidungsfindung bildeten.
Rückblick: Bönningstedt stellt Bedingungen an „große Lösung“
Allerdings war der Beschluss nicht uneingeschränkt durchgewunken worden. Es wurden Punkte eingearbeitet, die sich sowohl auf die Durchführung des Projekts, die Finanzierung und die Instandhaltung auswirken. Unter anderem sei es für die SPD-Fraktion wichtig, die Instandhaltung der Fläche in die Hände nur einer Organisation zu geben, die sich im Rahmen einer Pflegevereinbarung um den Kunstrasen kümmere. „Außerdem haben wir uns gegen Kork als Material entschieden“, sagte Graßmann weiter, „und wollen, dass die Fläche als Ganzes recycelt werden kann.“. Die Kosten für die Instandhaltung der Sportplatzfläche sollten prozentual auf die Nutzer umgelegt werden. Der Sportverein Rugenbergen (SVR) müsse außerdem bei einer anstehenden Sanierung der Fläche in die Verantwortung gehen, also die Finanzierung koordinieren.
Sorgen, die Kosten für die Außensportanlage könnten sich noch einmal in die Höhe schrauben, war die SPD mit einer sechsten Forderung begegnet: „Wir wollen, dass das Projekt bei 1,8 Millionen gedeckelt wird“, so Graßmann. Vertreter verschiedener Parteien hatten Bedenken geäußert, die Gemeinde Bönningstedt müsste schlussendlich die Differenz zahlen, während andere Kostenträger ihre Anteile bereits gedeckelt hätten. „Wir glauben nicht, dass das explodiert. Ich bin positiv gestimmt, dass wir im Kostenrahmen bleiben“, sagte Graßmann und verwies auf die Tatsache, dass die Kostenschätzung erst wenige Monate alt ist.
Ängsten, die Zusammenarbeit der verschiedenen Kostenträger könnte sich ungewiss entwickeln, hatte Andreas Heidorn (CD) gelassen entgegengesehen: „Wenn man immer mit Bauchschmerzen an die Zukunft denkt, blockiert man alles.“ Bürgermeister Rolf Lammert (CDU) hatte diese Sorgen ebenfalls bei der Gemeindevertretersitzung als unbegründet zurückgewiesen. „Dafür gibt es Verträge“, sagte er.
Schulverbandssitzung: Sand keine optimale Alternative
Fakt ist: Sand ist die wohl kostengünstigste Alternative zu Kork als Füllstoff. Das bestätigte Lammert bei der Sitzung des Schulverbands. Es gäbe auch noch andere Möglichkeiten, auf die aber nicht näher eingegangen wurde. Fest stand nur, dass diese kostenintensiver als Kork sein würden.
„Bei Sand fühlt es sich tatsächlich etwas wie Sandpapier an, das brennt ordentlich“, sagte Detlev Brüggemann bei der Schulverbandssitzung. „Ein Platz mit Sand ist härter“, räumte Graßmann ein. Bei Kork bestünde allerdings bei Starkregen die Gefahr, dass das Material „schwimme“. Eine weitere Diskussion um sinnvolle Alternativen zu Kork oder gar ein Konsens zu einem bevorzugten Material kam während der Sitzung nicht zustande. Der Schulverband nahm die Forderungen der Gemeinde Bönningstedt zur Kenntnis. Zwar steht die Entscheidung Ellerbeks erst diesen Donnerstag an, Brüggemann zeigte sich aber zuversichtlich, die große Lösung nun trotz aller Einschränkungen beantragen zu können. nas
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