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Ministerpräsident Daniel Günther: Gemeinsam gegen Corona

KIEL 14.03.2020 Ministerpräsident Daniel Günther wendet sich an alle Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner

Liebe Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner,

gemeinsam können wir die Verbreitung des Corona-Virus eindämmen und verlangsamen. Deshalb werden wir uns als Gesellschaft in den nächsten Wochen einschränken müssen. Das ist eine ungewohnte Situation, doch wenn wir zusammenhalten, werden wir diese herausfordernde Zeit meistern.

Jede und jeder von uns ist jetzt gefordert, umsichtig und besonnen zu bleiben. Jetzt gilt: Wir müssen Abstand zu unseren Mitmenschen halten. Durch das Vermeiden von Kontakten können wir eine schnelle Ausbreitung verhindern. Jede und jeder kann dazu seinen Beitrag leisten.

Mir ist klar, dass die kommenden Wochen Ihnen eine Menge abverlangen werden: Ab Montag können viele Kinder und Jugendliche nicht in Schulen und Kitas gehen, auch die Hochschulen stellen ihren Lehrbetrieb ein. Ab sofort sind Clubs, Bars, Diskotheken, Theater, Museen, Kinos, Schwimmbäder, Fitness-Studios und Jahrmärkte geschlossen. Öf­fentliche Veranstaltungen finden nicht mehr statt- auch im privaten Bereich sollten Sie Ihre Kontakte aufs Nötigste beschränken. Für Restaurants und Bibliotheken wird es ab der kommenden Woche Einschränkungen geben.

Warum treffen wir diese Maßnahmen? Weil die Ausbreitung des Corona-Virus sehr schnell geht. Weil es dafür bisher keinen Impfstoff gibt. Und weil eine Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen kann. Es ist nicht für alle Menschen gleichermaßen gefährlich oder bedrohlich. Es gibt Risikogruppen, die stärker gefährdet sind. Vor allem ältere und vorerkrankte Menschen. Sie wollen wir besonders schützen. Deshalb geht es jetzt da­rum, die Verbreitung über einen längeren Zeitraum zu strecken und die Infektionsgeschwindigkeit zu reduzieren. Je weniger sich zur selben Zeit anstecken, desto besser kann sich unser Gesundheitswesen auf die schweren Fälle vorbereiten. An dieser Stelle danke ich allen von Herzen, die im Gesundheits- und Pflegebereich für uns da sind.

Das alles sind extreme Einschnitte in unseren Alltag. Wir hatten eine vergleichbare Situation noch nie. Und für Sie stellen sich jetzt viele praktische Fragen: Wie soll ich ohne Kin­derbetreuung arbeiten können? Wie kann ich die Zeit ohne Aufträge durchstehen, wenn ich selbständig oder freiberuflich arbeite? Die Lage führt nachvollziehbar bei vielen Menschen zu Ängsten. Diese Sorgen erreichen mich auch. Deshalb wiederhole ich hier die Versicherung, die Bundes- und Landesregierung gegeben haben: Was immer erforderlich und möglich ist wird getan, um die Menschen und unsere Betriebe durch diese Zeit zu bringen. Im Moment steht der Gesundheitsschutz an erster Stelle.

Die kommenden Wochen werden für uns alle ein gesellschaftlicher Kraftakt. Es kommt jetzt auf jede und jeden von uns an, dass wir aufeinander aufpassen und uns um einander kümmern. Nehmen wir Rücksicht, halten wir Abstand. Helfen wir Menschen, die alleine nicht zurechtkommen. Wir müssen jetzt füreinander da sein. Mir macht es Mut, wenn ich sehe, welche Initiativen bereits anlaufen: Da organisieren sich Nachbarschaftshilfen, um für Kranke und Ältere einzukaufen. Ich finde das großartig, unterstützen Sie das.

Schleswig-Holstein hält zusammen!
ds

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