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Müll im Kreis Pinneberg: Kein „Benutzungszwang“ bei gelber Tonne

Marko Hoffmann vom Kreis Pinneberg erklärte Wissenswertes zur Müllentsorgung im Kreis Pinneberg.

Marko Hoffmann vom Kreis Pinneberg erklärte Wissenswertes zur Müllentsorgung im Kreis.

Auf großes Interesse stieß ein Vortrag, den Marko Hoffmann vom Kreis Pinneberg zum Thema „Müll“ hielt. Auf Einladung des Seniorenbeirats sprach Hoffmann, der bereits seit mehr als 25 Jahren Vorträge zu dem Thema hält, im Alten Amtsgebäude in der Ellerbeker Straße. Gleich zu Beginn merkte er an, dass es nicht nur um den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne gehen würde, sondern um das gesamte Müllaufkommen im Kreis Pinneberg. „Das Thema Gelber Sack oder Gelbe Tonne ist eher eins, für das die GAB zuständig ist“, sagte der Referent. Der Kreis arbeitet mit der GAB als externem Dienstleister zusammen.

„Der Kreis ist nicht ganz freiwillig Monopolpartner“, sagte Hoffmann außerdem. Durch verschiedene Gesetze sei es vorgeschrieben, die Müllentsorgung öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern zu überlassen. Das bedeutet: Private Haushalte müssen dem Kreis ihren Müll überlassen – und der muss zusehen, wohin damit. „Wir haben die Pflicht, uns um den Abfall zu kümmern“, so Hoffmann. Der Hauptkostenfaktor dabei sei de Einsammlung, denn rund 35 Fahrzeuge mit je drei Mitarbeitern sind jeden Tag im Kreis unterwegs. Aufbereitet oder verwertet werden die Abfälle dann in Tornesch-Ahrenlohe, wo auch Kompost aus Bioabfällen abgegeben wird. Weitere Standorte für Recyclinghöfe sind für Quickborn und Wedel geplant, damit Wertstoffe wie Pappe, Altkleider und andere wiederverwendbare Materialen verwertet werden können.

Kunststoffverwertung bleibt schwierig

Rund 220 Kilogramm Müll fallen pro Person und Jahr im Kreis Pinneberg an, davon ungefähr 40 Prozent Restmüll und 60 Prozent Wertstoffe. Wenig Probleme gebe es beim Recycling von Biomüll sowie Altpapier, erklärte Hoffmann. Beim Glas sei ein starker Rückgang zu verzeichnen, besonders durch PET-Flaschen und ähnliches.

Beim Gelben Sack gab es bisher rund 40 Prozent sogenannter „Fehleinwürfe“. „Das sind Dinge, die da einfach nicht reingehören: Gartenschläuche, Spielzeug und so weiter.“ Rund 15 Millionen Säcke wurden bisher pro Jahr ausgeteilt, davon würde jeder zweite zweckentfremdet, so Hoffmann. Auch die Verwertung bleibe schwierig: Rund 42 Prozent werden stofflich verwendet, der Rest energetisch, also verbrannt. „Das Problem ist die Vielfalt der Kunststoffe und die Vermischung von Kunststoffarten“, so der Experte. Bei der neu eingeführten Gelben Tonne gebe es keinen Benutzungszwang wie bei anderen Mülltonnen. „Jeder, der einen kleinen Haushalt hat, kann außerdem die 120-Liter-Tonne bestellen. Ab April können dann die zu großen Tonnen auf Antrag ausgetauscht werden“, sagte Hoffmann. Sein Motto: „Die besten Abfälle sind nach wie vor die, die gar nicht entstehen.“ nas

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