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Roter Sessel: „Geld und Reichweite sind nicht alles“

Hat wertvolle Erfahrungen gesammelt: Der Böningstedter Frédéric Dorra war vergangenes Jahr Kandidat bei „The Voice of Germany“.

Hat wertvolle Erfahrungen gesammelt: Der Böningstedter Frédéric Dorra war vergangenes Jahr Kandidat bei „The Voice of Germany“.

Bei der Talentshow „The Voice of Germany“ mitzumachen, war für Frédéric Dorra eine ganz spontane Entscheidung. Unverhofft kam der Bönningstedter bis in die Sing offs. Im Interview für den Roten Sessel verriet er dem Dorf-Geflüster, wie die Teilnahme sein Leben verändert hat und was er durch die Monate bei der Casting-Show gelernt hat.

Dorfgeflüster: Wie bist du darauf gekommen, bei einer Castingshow mitzumachen?

Frédéric Dorra: Das war recht spontan, meine Mutter hat mich darauf angesprochen. Sie hatte ein Video von mir beim Singen gemacht und auf Facebook gestellt. Da gab es eine gute Resonanz, deshalb hat sie gefragt, ob ich nicht mal bei einer Casting-Show mitmachen möchte. Zuerst haben wir über DSDS geredet, da war die Bewerbungsfrist aber schon vorbei.

Dorf-Geflüster: Du bist im Team von Alice Merton gewesen, wie ist das gelaufen?

Frédéric Dorra: Meistens haben wir für jede Runde, die wir da waren, zwei Wochen da verbracht. In der Zeit hatten wir dann Proben oder Vocal-Coachings, bei den wir den Song einstudiert haben. Wir hatten einen strukturierten Plan für den Tag. Da kam dann jemand, der mit gesagt hat: Frederic, du hast jetzt ein Interview oder ein Fitting fürs Outfit. Den Abend hatte man dann mit den anderen Kandidaten, um zu üben oder Zeit miteinander zu verbringen.

Dorf-Geflüster: Wurdest du dann freigestellt von der Schule?

Frédéric Dorra: In der Sing-Off-Phase habe ich zwei Tage versäumt, und es gab auch mal eine Phase, wo ich eine Woche nicht da war. Die Schule war aber sehr kooperativ und hat mir das erlaubt. Andere Kandidaten, die arbeiten mussten, hatten es da schwerer, da konnte an sich nicht so schnell freinehmen.

Dorfgeflüster: Wie viel Zeit hast du da nun verbracht?

Frédéric Dorra: Das ging gut das ganze Jahr, von Februar bis September, aber ich war insgesamt vielleicht zwei Monate da, immer in Abschnitten von zwei Wochen. Zuerst kam ja das Casting in Hamburg, dann in Berlin, dann die Blind Auditions. Erst bei den Battles fing es an, dass man durchgängig da war und nicht wieder nach Hause gefahren ist.

Dorfgeflüster: Klingt schon etwas stressig. Kannst du dich auch an Momente erinnern, die dir besonders gut gefallen haben?

Frédéric Dorra: (lacht) Alles. Es war stressig, aber letzten Endes bist du ja dafür gekommen, um etwas abzuliefern. Es wäre Meckern auf hohem Niveau gewesen, wenn wir uns über Interviews und anderes beschwert hätten. Ich kann nur positiv darüber reden.

Dorf-Geflüster: Deine zweite Leidenschaft ist der Fußball. Wenn du dich entscheiden müsstest, was wäre es: Fußball oder Singen?

Frédéric Dorra: Vor The Voice auf jeden Fall Fußball. Aber The Voice hat mir nochmal gezeigt, wie stark meine Leidenschaft dafür ist, Musik zu machen. Es haben sich durch die hohe Reichweite der Sendung auch einige Türen geöffnet, darüber darf ich aber jetzt noch nicht reden.

Dorfgeflüster: Also könntest du dir vorstellen, auch beruflich in die musikalische Richtung zu gehen?

Frédéric Dorra: Auf jeden Fall, ja.

Dorf-Geflüster: Was hast du für dich mitgenommen, was hast du gelernt über die Zeit?

Frédéric Dorra: Als Allererstes muss ich sagen, dass Geld oder die Reichweite, die man hat, nicht alles ist. Oder nicht das Ziel sein sollte. Wenn man Musik machen möchte, sollte an erster Stelle stehen, dass es dir gefällt. Alice (Merton, Anm. d. Red.) hat mir erzählt, dass sie auch lange Jahre Musik gemacht hat, und mit „No Roots“ hatte sie dann plötzlich einen Welthit. Man sollte nicht mit dem Ziel hingehen: Ich will das jetzt gewinnen, sondern: ich will die Zeit genießen und so viel lernen, wie es nur geht. Das habe ich auf jeden Fall, menschlich und musikalisch.

Dorfgeflüster: Zurzeit gehst du noch zur Schule, d.h. jetzt steht erstmal ein Abschluss an?

Frédéric Dorra: Ja, ich bin in der elften Klasse, hab diesen Sommer meine Mittlere Reife geschafft und gehe jetzt ganz normal weiter zur Schule. Alles läuft weiter, nur mit etwas mehr Singen. Ich bin der Inbegriff eines Durchschnittschülers, ich muss keinem was beweisen, sondern genieße meinen Alltag.

Dorfgeflüster: Wenn dich Leute ansprechen, die auch gern mitmachen wollen, was rätst du denen?

Frédéric Dorra: Ich sag ihnen: Wichtig ist es, man selbst zu sein, sich aber auch zu präsentieren. Man sollte auch das Interessanteste von sich preisgeben wollen. Nicht mit dem Anspruch hingehen, das Ding zu gewinnen. Bei mir war es so, dass ich nicht einmal dachte, durch die Castings zu kommen. Man sollte nicht zu viel erwarten, auf dem Boden bleiben.

Dorf-Geflüster: …Authentisch bleiben also.

Frédéric Dorra: Genau.

Dorfgeflüster: Hast du von deinen Mitschülern da Rückmeldungen gekriegt, was deine Authentizität angeht?

Frédéric Dorra: (lacht) ich rede mit Menschen, die älter sind als ich, ein …(überlegt) traditionelleres Deutsch als mit meinen Mitschülern. Wenn ich aufgeregt war, wie bei den Blind Auditions dann ist mir schon mal ein „Scheiße“ rausgerutscht und ich hab mich erschreckt, da gab es schon Momente, wo sie gesagt haben: Das würde so nur Frederic sagen. Ich habe aber versucht, das „Kiezdeutsch“ wegzulassen. nas

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