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Schnelsen: Aufmerksame Anwohner werden auf Immobilien-Internetbetrug aufmerksam

Schnelsen: Immobilienbetrug

Heinrich Flügge, Anwohner im Goldmariekenweg und Sprecher der ALLIANZ Schnelsen Nord (Netzwerk für Lebens- und Wohnqualität in Schnelsen-Nord) ist daran gelegen, vor gefälschten Immobilienanzeigen zu warnen

Was suchen so viele Menschen im beschaulichen Goldmariekenweg? Das fragten sich Anwohner im Schnelsener Märchenviertel Ende März und erneut Mitte April. Sie stießen auf eine Immobilienbetrugsmasche über das Internet.

Der Reihe nach:
Auf der Immobilien-Plattform Immonet.de wurde im Goldmariekenweg ein Einfamilienhaus mit 190 m² Wohnfläche und einer Grundstücksgröße von 1100 qm² zu einem Preis von 265.000 Euro angeboten. In der zweiten Anzeige war der Preis sogar auf unglaubliche 165.000 Euro reduziert. Schon das erste Angebot ein „Spottpreis“, wenn man bedenkt, dass in der Gegend allein der Grundstückspreis schon um ein Vielfaches höher liegt. Das Angebot zog dementsprechend viele Interessierte an.

Anwohner Heinrich Flügge forschte nach:
„Die Daten in der Immobilienanzeige samt der Bildmotive stammen aus einer alten Vermietungsanzeige. Das Haus steht zurzeit leer und wird saniert.“ Er nahm Kontakt zu dem in Schleswig-Holstein lebenden Hauseigentümer auf, um ihn über diese Immobilienanzeige zu informieren. „Dem Besitzer war der gesamte Vorgang nicht bekannt“, so Flügge. Also verfolgte der Schnelsener das Thema weiter: „Wer an dem Immobilienangebot Interesse zeigte und im vorgegebenen Kontaktformular seinen Namen, Telefonnummer und Mailanschrift nannte, erhielt eine Mail auf Englisch. Darin hieß es sinngemäß: „Um weiterhin sein Interesse zu bekunden, solle man per Mail die Kopie seines Ausweises an die Verkäuferin schicken. Diese hatte in der Antwortmail die Kopie ihres französischen Ausweises mit einem Wohnsitz in London beigefügt. Alle relevanten Unterlagen seien der beigefügten Mail zu entnehmen.“

Schnelsen: Immobilienbetrug

Heinrich Flügge, Anwohner im Goldmariekenweg und Sprecher der ALLIANZ Schnelsen Nord (Netzwerk für Lebens- und Wohnqualität in Schnelsen-Nord) ist daran gelegen, vor gefälschten Immobilienanzeigen zu warnen

Schnell war klar, dass es sich um betrügerische Absichten handeln dürfte. Tatsächlich ist eine solche Betrugsmaschine nicht neu. Die Täter haben es immer auf das Geld oder die Daten ihrer potenziellen Opfer abgesehen, warnt die Hamburger Polizei. In einem vor zwei Jahren in der Hansestadt aufgeklärten ähnlichen Fall etwa nutzte der Täter, der sich als vermeintlicher Vermieter ausgegeben hatte, Unterlagen wie Ausweiskopien und andere persönliche Daten, um mit der Identität und auf Kosten seiner Opfer Waren zu bestellen.

Die gefälschten Immobilienangebote für das Haus im Goldmariekenweg waren nur kurze Zeit im Internet aufrufbar. Wie die Pressestelle der Hamburger Polizei auf Anfrage mitteilte, liegen in dem Zusammenhang zwei Strafanzeigen vor. Es werde wegen des Verdachts des Betruges ermittelt. tk

Wie lassen sich solche Betrugsmaschen erkennen und verhindern?

Das Immobilienportal immonet.de setzt auf mehrstufige Sicherheitssysteme und künstliche Intelligenz, um unseriöse Angebote aufzuspüren, informiert die Pressestelle der Immowelt Group. Zudem klärt das Unternehmen auf der Webseite www.schutz-vor-immobilienbetrug.de über betrügerische Machenschaften auf, bei denen seriöse Verkaufs- oder Vermietungsangebote missbraucht werden. Doch Kriminelle passen ihre Vorgehensweisen laufend neu an. Vor diesem Grund sollten Interessierte stets wachsam zu sein. Polizei und Verbraucherzentrale geben auch ausführliche Hinweise und Tipps, wie man sich vor Internetbetrug schützen kann:

www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming
www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/abzocke/fakewohnungen-im-internet-gefaelschte-immobilienanzeigen-erkennen-27576

Die Polizei Hamburg rät:
• Gehen Sie im Internet und in sozialen Netzwerken möglichst restriktiv mit Ihren persönlichen Daten um.
• Versenden Sie niemals eingescannte Ausweisdokumente oder andere Unterlagen mit sensiblen Informationen wie Gehaltsnachweise oder Schufa-Auskünfte an Ihnen unbekannte Personen. Ihre Daten könnten durch Cyberkriminelle für Straftaten benutzt werden.
• Zahlen Sie niemals per Vorkasse und nutzen Sie nur sichere Zahlungswege. Seriöse Internetportale stellen Ihnen Bezahlmöglichkeiten zur Verfügung, die Ihr Geld schützen.
• Erste Hilfe bei Betrugsverdacht: Speichern Sie den relevanten E-Mail-Verkehr ab und fertigen Sie Screenshots von der jeweiligen Internetseite. Machen Sie, wenn noch möglich, geleistete Zahlungen rückgängig. tk/ds

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