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Schnelsen: Umgestaltung der Frohmestraße

Gut besuchte Auftaktveranstaltung zur Entwicklung des Schnelsener Zentrums
Der Bezirk Eimsbüttel plant die Umgestaltung der Frohmestraße und startet einen Bürgerbeteiligungsprozess, um die Anforderungen und Wünsche an das Schnelsener Zentrum von Morgen herauszuarbeiten. Mehr als 130 interessierte Privat- und Geschäftsleute sowie Kommunalpolitiker nahmen an der Auftaktveranstaltung „Schnelsen 2040 – Fokus Frohmestraße“ am 11. April 2019 im Freizeitzentrum Schnelsen teil.

„Wir wollen Sie informieren und wünschen uns von Ihnen viele Informationen. Wir brauchen Ihr lokales Wissen“, leitete Jan Philipp Stephan, Fachamtsleiter Stadt- und Landschaftsplanung vom Bezirksamt Eimsbüttel den Abend ein. Zusammen mit Simon Kropshofer, Diplom-Ingenieur bei der vom Bezirk beauftragten Hamburger Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Steg, präsentierte er die bisherigen Planungen und die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung. Beide stellten sich den Fragen der Anwesenden und regten zu Austausch und Diskussion an Themenstationen an.
Schnelsen wachse sehr stark, seit 2011 seien bis zu 1.600 Wohneinheiten hinzugekommen. Es gehe neben der Quantität auch um Qualität in der Stadtentwicklung, führte Stephan in die Thematik ein. Demnach schauen die Stadtplaner unter anderem auf die Situation der Nahversorgungsangebote und auf die verkehrliche Situation. Ein weiterer Punkt: Wohnen und Arbeiten im Rahmen des Bebauungsplanes „Schnelsen 95“, der etwa die „Neuordnung und Nutzungsintensivierung von Wohnbauflächen“ vorsieht. Laut Stephan gibt es Überlegungen, das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung nach Schnelsen zu holen, für das der Bund Finanzmittel zur Verfügung stellt. Es gehe darum Möglichkeiten zu schaffen, um Ideen entwickeln zu können und auch ein Instrument zur Umsetzung zu haben.

Was muss das Schnelsener Zentrum perspektivisch leisten? Welche Nutzungen sollten vorhanden sein und wie sollte der öffentliche Raum aussehen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Bürgerbeteiligungsverfahrens. „Die Frohmestraße ist als Stadtteilzentrum sehr bunt“, erläuterte Stephan. Das gelte für die Eigentümerstruktur mit einer Vielzahl von Grundeigentümern, Ladenbesitzern und Gewerbetreibenden. Das bringe die Herausforderung mit sich zu ermitteln, was jeder benötige. Zur Verkehrssituation: Mit sieben Buslinien ist die Straße hoch frequentiert. 12.000 Menschen steigen dort täglich ein und aus. Etwa 8.000 Fahrzeuge durchfahren die Straße, hinzukommt der Radverkehr. Durch die schmalen Fahrspuren und Parkstreifen gilt die Frohmestraße als Unfallschwerpunkt für Sachschäden.

Dass viele Schnelsener vor allem mit dieser Verkehrssituation unzufrieden sind, zeigten an dem Abend ihre Fragen und Kommentare: zu volle Straßen rund um die Frohmestraße, schlechte Erreichbarkeit der Einkaufsstraße per Pkw, nicht ausreichende Stellplätze in der Frohmestraße und angrenzenden Bereichen. Erste Verbesserungsideen reichten von „Buslinien erhalten, um nicht noch mehr Individualverkehr zu bekommen“ bis hin zu „Frohmestraße als Fußgängerzone ausbauen“, „Verbreiterung der zu schmalen Parkbuchten zu Lasten des Bürgersteigs und Verlegung des Radwegs auf die Straße“, oder „Fahrräder schieben wie in anderen Einkaufsstraßen, um auf einen Radweg ganz verzichten zu können“. Gemäß den Wortmeldungen wollen viele auf die Mobilität per Pkw nicht verzichten, wobei auch die Einrichtung von Car-Sharing-Angeboten vorgeschlagen wurde.

„Die eine Idee hat keiner, insofern freue ich mich auf den Austausch darüber, was wir in der Frohmestraße machen können“, so Stephan. Die Veranstaltungsgäste nutzten im weiteren Verlauf des Abends das Angebot, an drei Themenstationen ihre Ideen und Vorschläge einzubringen und mit den anderen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen über ´Gewerbe, Handel und Dienstleistung`, ´Verkehr und Mobilität; Freizeit, Spiel und Sport` und ´Aufenthalt und öffentlicher Raum`.

Im nächsten Schritt des Beteiligungsverfahrens sollen bis August weitere Bausteine folgen: eine Online-Beteiligungsmöglichkeit, Vor-Ort-Beteiligung an Infoständen an verschiedenen Standorten, Verkehrs- und Passanten-Zählungen sowie Kundenbefragung auf der Straße. Ab September seien Veranstaltungen für Eigentümer und Gewerbetreibende, Planungswerkstatt, Workshops für Kinder und Jugendliche geplant, erläuterte Simon Kropshofer. Im Herbst soll es eine öffentliche Plandiskussion geben. Anfang Dezember sei eine Abschlussveranstaltung vorgesehen.
Bis Anfang 2020 soll laut Projektinformation „eine tragfähige Zukunftsperspektive mit realisierbaren Maßnahmen zur Stärkung des Zentrums entwickelt werden“. tk
Weitere Information: www.hamburg.de/eimsbuettel/frohmestrasse

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